Husky im Haus. Und wie geht es weiter?
Auch der Siberian Husky blieb nicht davon verschont, eine Modeerscheinung zu werden. Nicht zuletzt durch Werbeeinspielungen für Hundefutter und ähnliches. Auch ihn ereilte das Schicksal, daß das zukünftige Herrchen und/oder Frauchen sich besser über das neue Auto in Hinblick auf geeigneten Typ, entsprechende Leistung, Fahrkomfort und vielerlei mehr Details informiert hat, als über Wesen, Charakter und Bedürfnisse des neuen Familienmitgliedes. Dieses Versäumnis endet für viele Siberian Huskys, ihre Artgenossen und viele andere Tiere mit einem Leben im Tierheim.
Allen, die sich
mit dem Gedanken tragen, einen Siberian Husky als
Familienmitglied aufzunehmen, möchte ich folgenden Artikel ans
Herz legen, mit freundlicher Genehmigung von
Rosemarie Naujoks
Nothilfe für Polarhunde (circel original):
"Opfer
von Vorurteilen aus Halbwissen, Ignoranz und Oberflächlichkeit,
Opfer von Mode und Skrupellostigkeit füllt die Tierheime
Der Siberian Husky ist kein Hund wie jeder andere - aber ein Hund!! Kein Hund gehört in einen Zwinger, denn Zwingerhaltung (Zuchthaus!!) ist psychische Gewalt, ist also Tierquälerei. Für jeden Hund!! Tierquälerei ist nicht nur in rein körperlichen Leiden zu sehen; die oft ein Hundeleben lang anhaltenden seelischen Leiden sind diesen mindestens gleichzusetzen.
Jeder Hund - vom Chihuahua bis zur Dogge - stellt nebst den rein physischen Anforderungen im Grundsatz identische Ansprüche bezüglich einer guten, gesund erhaltenden psychischen Betreuung. Für den Siberian Husky mit seinem filigranen Wesen, seinem äußerst diffizilen Seelenleben und seinem ausgeprägten Individualismus gilt dies sogar in besonders hohem Maße. Zwingerhaltung (das Grab der Intelligenz), Langeweile, fehlende Bindung machen ihn zum Ausbruchskünstler, lassen ihn ein Eigenleben führen. Dies ist keineswegs nur durch Bewegung, nur durch Laufen vor Schlitten oder Trainingswagen zu verhindern. Hier bedarf es vor allem der Beschäftigung, des Familienanschlusses. Der Beweis? Unzählige unserer als notorische Ausbrecher abgestempelten, in Familienhaltung vermittelten Siberian Huskys lernten im neuen Zuhause sehr schnell, auch niedrigste Zäune zu akzeptieren. Ein Hund, der sich witgehend in der Nähe seines Menschen aufhalten darf, ist weitgehend beschäftigt. Namenhafte, ja die erfolgreichsten amerikanischen Musher (Sieger und Platzierte des Idarod) wissen um die wundersame Wirkung des engen Zusammenlebens von Mensch und Hund und nutzen dies. Ihre Leithunde dürfen bei ihnen auf dem Sofa beziehungsweise auf dem Beifahrersitz wohnen.
Dabei sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, daß die ursprüngliche Aufgabe des Siberian Husky in seinen angestammten Gebieten mit Sport ebenso wenig zu tun hatte wie der heutige Hundeschlittenrennsport mit der ursprünglichen Aufgabe dieser Hunde noch im geringsten etwas zu tun hat. Als intelligenter und vielseitiger Gefährte teilt der Siberian Husky das Leben mit nomadisierenden Rentierzüchtern, seßhaften Jägern und Fischern. Er war in erster Linie Jagdgehilfe seiner Herren, war Wächter und Spielgefährte der Kinder. Bei den Rentierzüchtern bediente man sich zum Ziehen von Lasten sogar ausschließlich der Rentiere, nicht der Hunde!!! Bei anderen Stämmen wurden die Hunde teilweise zusätzlich bzw. gelegentlich auch noch als Zugtier herangezogen. Es bedurfte also des vielseitigen, intelligenten Hundes.
Für all jene, die die besondere Mentalität des Siberian Husky verstehen, die vor allem begreifen, daß dem Polarhund z.B. Druck, Machtausübung des Menschen zutiefst zuwider ist, vielmehr Partnerschaft und tierpsychologische Einfühlsamkeit gefragt sind, zeigt sich ein Siberian Husky als sehr angenehmer, faszinierender Hausgenosse. Es bedarf allerdings in jedem Fall der Bereitschaft, eine unbändige Jagdleidenschaft dieser Hunde in Kauf zu nehmen.
Bezüglich des Bewegungsanspruches ist zu sagen, daß auch hier Qualität mehr zählt als reine Quantität (stupides Kilometerfressen!), weniger oft mehr ist."
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Rosemarie
Naujoks |
Der ausführliche Bericht zu dieser Kurzfassung von |
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