Das Samojedenvolk

Das SamojedenvolkAuszug aus "Der Samojede" von Erna Bossi:

" (...) Trotz Eis und Schnee und monatelangem Frost in Sibirien, hat der Mensch dort seit jeher gelebt. Der Hauptteil der Bewohner sind zugewanderte Russen. Die Urbevölkerung aber besteht aus den turkmongoloschen Stämmen der Samoyeden, Ostjaken, Jakuten, Tungusen und Burjaten, die der uralaltaischen Sprachfamilie angehören. Die Samoyeden waren ein Nomadenvolk, die von ihren Rentierherden, von Fischfang und von der Jagd lebten. (...) Die Samojeden lebten als Stamm in Großfamilien. Sie heirateten untereinander und waren sehr cooperativ und freundlich zueinander. Sie hatten keine festen Wohnstätten und wohnten nur in Zelten aus Tierhäuten, die im Winter noch mit Fellen isoliert wurden. Ihre Kleidung besteht aus geschorenen Hunde- oder Eisbärfellen und ist sehr zweckmäßig gegen die sibirische Kälte.

Der einzige Besitz der Samoyeden waren die Rentierherden und ihre Hunde, denen man den Namen dieser primitiven Nomaden gab. Die Hunde waren ihr ein und alles und wurden für vielerlei Zwecke gehalten. Sie hüteten ihre Rentierherden, verteidigten sie gegen angreifende Wölfe und Bären und waren ihre Jagdgefährten. Manchmal wurden sie auch vor die Schlitten gespannt. Im ewigen Kampf um die Existenz zählten die Hunde zu ihrem wertvollsten Besitz. Das Leben im eisigen Norden war hart, das Klima rauh und die Nahrung oft knapp. Mensch und Tier waren aufeinander angewiesen und lebten in engster Gemeinschaft miteinander, und es entwickelte sich eine wunderbare Beziehung und Zuneigung. (...)

Nachts durften die Hunde auch mit ins Zelt und dienten als Bettwärmer. Sie galten als vollwertige Mitglieder der Familie. Sie waren die Gefährten von groß und klein, teilten die Freundschaft, Wärme, Entbehrung und Kälte. Wenn die Eltern beschäftigt waren, verwandelten sich diese weißen "Bärli" in eine Art Amme und wachten über die Hygiene der Kinder, leckten sie sauber und wärmten sie. Kurz gesagt, die Nomaden waren stolz auf ihre Hunde. Ihr Ansehen war so groß, daß die ersten Polarforscher die größte Mühe hatten, sich gute Hunde zu beschaffen. Man erzählt sich, daß sich gewisse Nomaden lieber von einer ihrer Frauen getrennt hätten, als von einem ihrer guten Hunde. (...)"

logo Sammy-Welt